Am 8. Mai 2025 tagte der Beirat Gewaltschutz des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie im Amtsgericht Erfurt. Dem Beirat gehören Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, der Kommunen, von Nichtregierungsorganisationen und anderen zivilgesellschaftlichen Einrichtungen an, die sich der Umsetzung des Übereinkommens des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) widmen. Der Beirat erarbeitet Empfehlungen und Maßnahmen zum Aktionsplan gegen häusliche und sexualisierte Gewalt, stärkt die berufsübergreifende Zusammenarbeit im Netzwerk, begleitet Maßnahmen des Aktionsplanes und ist als Multiplikator bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention tätig.
Auf Einladung des Beirates referierte der Leiter der Forschungsstelle der FHföV-FB Pol, Herr Dr. Henrik Dosdall, zur Methodik und den bisherigen Ergebnissen des Projektes "Sicherheit und Kriminalität in Deutschland" (SKiD) in den Bereichen der Gewalt- und Sexualdelikte sowie der Partnerschaftsgewalt. In der sich anschließenden Diskussion wurden Perspektiven auf das Thema ausgetauscht, insbesondere hinsichtlich der Frage, wie die Erfassung von Gewalt gegen Frauen verbessert werden kann. Der Austausch unterstützt den Transfer der Forschungserkenntnisse in die Praxis, um Partnerschaftsgewalt und häuslicher Gewalt wirksam begegnen zu können.
Angesichts der polizeilichen und gesellschaftlichen Relevanz des Themas hat die Forschungsstelle für SKiD 2026 einen thüringenspezifischen Fragebogen erarbeitet, um aktuelle und tiefergehender Erkenntnisse zu dem Thema zu erlangen. Dies dient nicht nur dem Zweck, der polizeilichen Arbeit eine frische Datenbasis zu geben, sondern soll auch die Arbeit von Akteuren, wie den Beirat Gewaltschutz, unterstützen.
