Interview mit Thomas L., Sachbearbeiter Gefährdung
Ob politische Großveranstaltung, Schutz hochrangiger Persönlichkeiten oder das Monitoring von staatsschutzrelevanten Entwicklungen im Netz – im Sachbereich Gefährdung laufen viele Fäden zusammen. Bald soll ein neuer Cyberanalyst das Team verstärken, um die digitalen Informationsquellen noch professioneller zu nutzen. Nicht nur Thomas L. weiß, worauf es dabei ankommt – fachlich wie menschlich.


Stell dich doch kurz vor. Wer bist du und was machst du hier?
Ich bin im Sachbereich Gefährdung tätig, also dort, wo es um die Bewertung und das Monitoring möglicher Gefährdungen geht. Dafür braucht es Verständnis zur Einordnung von Gefährdungsmomenten. Dieses erwirbt man im Rahmen von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Es ist aber auch erforderlich zu wissen, wie das Internet, vor allem im Bereich Social Media funktioniert, sehr gute Kenntnisse im Bereich der Open Source Intelligence (OSINT) und der Social Media Intelligence (SOCMINT) sind unabdingbar. Hierbei ist das Wissen über Tools essentiell.
Dieses Wissen wird angewandt zum Beispiel beim Monitoring möglicher Gefährdungen im Zusammenhang mit politischen Ereignissen, z. B. vom Ukrainekrieg bis zu Landtagswahlen, bei der Begleitung polizeilicher Einsätze oder zur Einschätzung der Gefährdungslage bei sonstigen Events.
Da schauen wir zum Beispiel, wie bestimmte Gruppierungen auf politische oder bestimmte polizeiliche Maßnahmen reagieren und welche Schlüsse, beispielsweise für den polizeilichen Einsatz zu ziehen sind.
Zusammenfassend kann man sagen, dass alle politischen Ereignisse, die uns tagtäglich in den Nachrichten begegnen, das Potential haben, Auswirkungen auf unsere Arbeit zu haben.

Wo kommt der zukünftige Cyberanalyst ins Spiel?
Der wird diese Arbeit weiterführen – und zwar noch professioneller. Wir haben im OSINT-Bereich einen iterativen Prozess: Informationen aus dem frei zugänglichen Internet werden gesammelt, mit polizeilichen Erkenntnissen abgeglichen und bewertet und - soweit nötig - anhand dieser Bewertung mit neuem Blickwinkel ebendieser Recherche fortgeführt. Das kann bei Demonstrationen, Veranstaltungen oder für den Schutz von Personen relevant sein.
Hierfür haben wir ein Büro mit hochwertiger Technik, Visualisierungsmöglichkeiten und alles, was man für tiefgehende Analysen braucht, eingerichtet. Der Cyberanalyst soll diesen Prozess langfristig begleiten und fortentwickeln, am besten mit fundiertem technischem Verständnis, Programmierkenntnissen (vor allem in Python), phänomenologischem Wissen und vor allem: echter Neugier. Denn ohne die geht es nicht. Wie bei einem Kriminalisten.

Und wie arbeitet ihr als Team zusammen?
Kooperativ, konstruktiv und unkompliziert. Wir arbeiten ereignisbezogen, mal mit der einen Arbeitsgruppe, dann wieder mit einer anderen. Aber man weiß immer: Wenn man eine Frage hat, kann man aufeinander zukommen.
Was muss die neue Kollegin oder der neue Kollege menschlich mitbringen?
Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Engagement, Interesse an neuen Entwicklungen und, wie gesagt: Neugier. Ohne die funktioniert das hier einfach nicht.
Klingt spannend?
Wenn du Technikaffinität, Lernbereitschaft und Lust auf abwechslungsreiche Ermittlungsarbeit hast, könnte diese Stelle perfekt zu dir passen. Bewirb dich und werde Teil unseres Teams. Wir zeigen dir, wie digitale Spuren den entscheidenden Hinweis liefern.
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