Interview mit Thomas B., Projektleiter, und Katharina D., Sachbearbeiterin in der Forensischen IuK
Von Laptops über Router bis hin zu Spielekonsolen – in der Forensischen IuK der Thüringer Polizei landen alle möglichen Geräte, die bei Ermittlungen als Beweismittel dienen können. Die Arbeit ist abwechslungsreich, oft operativ und immer wieder herausfordernd. Sachbearbeiterin Katharina D. und Sachbearbeiter Thomas B. erzählen, warum sie sich für diesen Weg entschieden haben, was der Job ausmacht und wie der neue Kollege oder die neue Kollegin das Team unterstützen wird.
Wer seid ihr, was macht ihr hier?
Thomas B.: Ich bin seit 2016 im LKA, zuerst sieben Jahre im Bereich Cybercrime. Seit April 2023 leite ich die Digitale Beweissicherungseinheit. Wir haben das Projekt von Grund auf aufgebaut – heute sind wir ein fester Bestandteil der Ermittlungsarbeit und jede Woche in Einsätze eingebunden.
Katharina D.: Ich bin seit zweieinhalb Jahren in der Digitalen Beweissicherungseinheit und arbeite als Cyberanalystin. Vorher habe ich Digitale Forensik in Mittweida studiert. Hier kümmere ich mich um alles, was digitale Spuren betrifft – Handys, Laptops, Router, Festplatten. Oft sind wir bei Einsätzen direkt vor Ort und sichern Technik, die später ausgewertet wird.

Was genau macht ihr?
Katharina D.: Wir bekommen alles Mögliche an Geräten – von Smartphones bis hin zu Umzugskartons voller PCs, Festplatten und digitale Datenträger im Allgemeinen. Manchmal sogar Spielekonsolen. Die Daten müssen wir sichern. Das kann vor Ort bei einem Einsatz passieren oder wir nehmen die Geräte mit und bereiten die Daten hier so auf, dass die Ermittler direkt damit arbeiten können. Dank spezieller Software können wir auch gelöschte Dateien wiederherstellen, die Beschuldigte zum Beispiel aktiv gelöscht oder manipuliert haben.
Thomas B.: Wichtig ist, die digitalen Beweise überhaupt erst zu erkennen. Am Einsatzort beraten wir die Kollegen: Was ist relevant? Was muss sofort gesichert werden? Ist das ein normaler Stift oder vielleicht doch ein USB-Stick? Und das muss alles so passieren, dass die Beweiskette unantastbar bleibt. Im Labor extrahieren und entschlüsseln wir Daten und geben den Ermittlern ein auswertbares Ergebnis in die Hand.



Wie sieht euer Alltag aus?
Katharina D.: Es gibt Routinen: Vorgänge abarbeiten, Datenträger auslesen, Spuren sichern, aufbereiten. Aber durch die vielen unterschiedlichen Geräte und die regelmäßigen Einsätze wird es nie langweilig. Jede Spur ist anders. Wir bearbeiten auch Fälle in allen Phänomenbereichen, von Wirtschaftskriminalität bis zu Mordfällen.
Thomas B.: Genau. Wir arbeiten zwar strukturiert, aber jeder Fall bringt neue Herausforderungen. Und die Kollegen können ihre eigenen Methoden einbringen – Kreativität ist ausdrücklich erwünscht.
Und wie ist das Team so?
Thomas B.: Wir respektieren uns gegenseitig, Hierarchien sind flach. Ich bin zwar der Leiter, aber ich musste das nie betonen. Jeder kann so arbeiten, wie es für ihn am besten passt – Hauptsache, das Ergebnis stimmt.
Katharina D.: Im Großen und Ganzen ist es sehr kollegial und angenehm, auch wenn’s natürlich immer mal wieder knirscht. Das ist normal. Was mir gefällt: Jeder wird schnell an die Hand genommen, wenn er neu ist und man wächst schnell rein.
Was erwartet ein neuer Cyberanalyst bei euch?
Thomas B.: Zuerst geht es darum, unsere Abläufe kennenzulernen – von der Begutachtung vor Ort bis zur Sicherung und Analyse im Labor. Mit der Zeit übernimmt man das gesamte Spektrum: von USB-Stick über Smartphone bis hin zu komplexer Datenrettung.
Katharina D: Wahrscheinlich läuft es erstmal so wie bei uns allen: mit Einsätzen rausfahren und digitale Spuren sichern. Vieles lernt man hier im Job. Ich kam ja auch mit viel Theorie im Gepäck, aber ohne Praxis. Jeder im Team nimmt einen an die Hand, und man wächst schnell rein. Ein Grundverständnis für digitale Technik ist aber wichtig.
Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?
Katharina D.: Offenheit, Teamfähigkeit und auch eine gewisse Robustheit. Man muss seine Meinung sagen können und manchmal auch ein bisschen was aushalten.
Thomas B.: Wichtig ist, dass man sich nicht verstellen muss. Jeder ist willkommen, wir gehen respektvoll miteinander um. Wer Lust auf die Arbeit hat und neugierig bleibt, passt ins Team.
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