Mathias H.: Sachbearbeiter IT-Koordination
Angefangen als Schutzpolizist, jetzt als IT-Koordinator im Landeskriminalamt Thüringen: Das ist Mathias‘ Weg bei der Thüringer Polizei. Was macht den Reiz an der IT-Koordination aus? Was sind die täglichen Aufgaben? Was hat das noch mit klassischer Polizeiarbeit zu tun? Und wie cool ist dieser Job wirklich? Mathias verrät es im Interview!


Hallo Mathias! Stell dich doch einmal kurz vor und erklär‘ wie du ins LKA gekommen bist!
Mein Name ist Mathias. Ich bin seit 2008 bei der Thüringer Polizei. Gut zehn Jahre lang war ich in der Schutzpolizei und habe dort alle möglichen Bereiche durchlaufen. Die letzten Jahre war ich in Jena im Einsatz- und Streifendienst tätig. Dann hatte ich Lust auf etwas Neues und habe gesehen, dass es im Landeskriminalamt eine neue Abteilung gibt: Abteilung 7 „IT-Koordination“. Dort habe ich mich auf eine Stelle beworben und bin seit Herbst 2021 im Landeskriminalamt Thüringen.
Von den klassischen Polizeiaufgaben zur IT. Hast du privat Interesse oder wie kam es dazu?
Die Arbeit auf der Straße, der Streifendienst, das hat mir immer Spaß gemacht und daran denke ich heute auch noch ab und zu zurück. Damals war es aber einfach Zeit für eine Veränderung. Mich hat an dieser Arbeit hier gereizt, dass es eine neue Abteilung war – und auch noch ist. Es ist keine Organisation, die schon seit 30 Jahren mit den gleichen Prozessen läuft, sondern wir entwickeln diese Prozesse hier erst einmal.
Privat habe ich mit IT gar nicht so viel zu tun. Ich programmiere auch nicht zum Feierabend bei mir am Computer. Viele denken, wir schreiben hier Codes, dabei übernehmen wir eher das Drumherum, das Organisatorische. Das heißt: Jedes IT-Produkt hat eine bestimmte Dokumentenlage. Da gehören Unterlagen zur IT-Sicherheit dazu, Dienstanweisungen, Fachkonzepte. Außerdem kümmern wir uns darum, wenn Fehler auftreten oder neue Features in einer Anwendung implementiert werden müssen. Das verwalten wir alles und steuern es zentral.
Was sind nun deine konkreten, täglichen Aufgaben im LKA?
Ich habe viele Besprechungen. Da geht es zum Beispiel um die Wochenplanung bei der Produktentwicklung. Grob gesagt: Was steht diese Woche an? Habe ich zum Beispiel Testzeiträume? Welche Entwicklungsschritte stehen an? Sind für bestimmte Produkte neue Features geplant? Haben wir genügend finanzielle Mittel vorgeplant?
Dazu kommt die Zusammenarbeit als Polizei in ganz Deutschland. Zum Beispiel müssen wir uns bundesweit abstimmen, wenn bestimmte Verfahren mehrere Bundesländer betreffen.
Es gibt Gremienarbeit oder auch Bedarfsabfragen zu verschiedenen Produkten, wo es drum geht: Brauchen wir diese Anwendung auch hier bei uns in der Polizei?
Zusätzlich sind wir auch noch auf Dienstreisen im ganzen Bundesgebiet: Hamburg, Wiesbaden, wo es uns hintreibt. Mit klassischer Polizeiarbeit hat das nichts mehr zu tun. Darüber muss man sich im Klaren sein, wenn man sich als Vollzugsbeamter hier bewirbt.


Bei dir im Bereich arbeiten aber nicht nur Vollzugsbeamte, sprich: Polizisten?
Nein, wir haben auch Kolleginnen und Kollegen, die aus der Wirtschaft kommen.
Was würdest du einem potenziellen neuen Kollegen für einen Tipp geben?
Offen sein für neue Ansätze. Wir versuchen, alternativer und innovativer zu sein, als der klassische Beamtenapparat, vor allem auch, was Abläufe angeht.
Ansonsten ist der Teamgedanke bei uns sehr wichtig. Ganz klar: Man sollte ein Mensch sein, der Menschen mag.
Und: Geduld haben! Das ist ein Thema, das in jeder Behörde eine Rolle spielt. Prozesse dauern, auch wenn sie neu sind. Es gibt Hierarchien, es gibt Dienstwege. Das kostet Zeit.
Und trotzdem ist das Arbeiten im LKA cool?
Auf jeden Fall! Du kommst mit sehr vielen Menschen zusammen, sowohl in der Polizei, als auch außerhalb. Thüringen ist zum Beispiel in der IT-Kooperation, ein Bund aus fünf Bundesländern, die bestimmte Software-Produkte gemeinsam nutzen. Dort sitze ich in den Gremien. Aber natürlich gibt es auch andere Bund-Länder-Arbeitsgruppen mit dem BKA zusammen. Man ist viel auf Dienstreise oder trifft sich virtuell. Außerdem ist das LKA organisatorisch einfach auch sehr gut aufgestellt.
Und: Unsere Themen hier sind wirklich extrem dynamisch und vielfältig. Langweilig wird es nicht!