Tino W.: Mitarbeiter Service Desk
Durchblick (an dutzenden Bildschirmen) behalten und Erste Hilfe in IT-Fragen leisten: Die Mitarbeiter Service Desk im LKA Thüringen helfen, wenn’s brennt. Sei es das Passwort, das nicht mehr funktioniert oder eine Anwendung, die nicht funktionieren will. Was das Schöne an 12-Stunden-Schichten ist und wie stressig der Job wirklich ist, verrät Tino W. im Interview.


Hallo Tino! Wer bist du? Was machst du im TLKA?
Mein Name ist Tino. Ich bin 50 Jahre, verheiratet, habe ein Kind – und bin eher zufällig ins LKA gekommen. Ich habe den Hinweis bekommen, dass Leute für IT-Jobs gesucht werden und dachte mir: „Das probier‘ ich mal!“
Die letzten fünf Jahre habe ich im Homeoffice gearbeitet. Es wurde Zeit, dort herauszukommen! Außerdem wollte ich auch eine inhaltliche Weiterentwicklung. Also: Gesagt, getan beworben, ein bisschen gewartet, Einladung bekommen, Vorstellungsgespräch absolviert und hier bin ich!
Du bist aber weder ausgebildeter ITler, noch Polizist – und trotzdem im TLKA gelandet! Wie geht das?
Ursprünglich bin ich gelernter Bankkaufmann. Als solcher habe ich aber nie richtig gearbeitet. Ich war lange selbstständig und habe für Versicherungen und Bausparkassen gearbeitet. Ende der 90er öffnete sich dann der Telekommunikationsmarkt – erst mit dem Festnetz- und Mobilfunkbereich, später dann auch mit dem Internet. In so ein Unternehmen bin ich dann gewechselt und habe, damals nannte man das noch am User Help Desk, gearbeitet. So hat sich das dann entwickelt: Support von Routern, Zugang zu Software, Einrichtungen, Netzwerkaufbau und so weiter. In meinem letzten Job habe ich dann vom Office-Support über Mobilfunkmanagement bis Mobile Device Management alles machen müssen. Zum Schluss hat es mich gereizt, das was ich gelernt habe, auch das was ich kann, woanders anzuwenden.
Was genau tust du nun im TLKA?
Ich behalte die Übersicht und leiste Erste Hilfe. Das heißt: Ich nehme Anrufe an. Dabei kann es zum Beispiel darum gehen, dass Kollegen ihren Computer hochfahren, sich aber nicht anmelden können, oder das Passwort zurückgesetzt werden muss. Oder eine bestimmte Software startet nicht. Entweder kann ich das Problem selber schnell lösen oder ich erstelle über unser Ticketsystem ein Ticket, das in die Resolvergruppen geleitet wird.
Außerdem bin ich umgeben von Bildschirmen, die ich alle im Blick behalten muss. Ich muss wissen, was auf jedem Bildschirm abgebildet ist und ich muss wissen, wie ich zu reagieren habe, wenn sich an den Anzeigen etwas ändert.
Zusammenfassend kann man sagen meine Aufgaben bestehen aus: Monitoring, Ticketerstellung, Ticketlösung, Dokumentation und so weiter. Man hat hier immer etwas zu tun.
Klingt nach einem anstrengenden Job?
Es ist ein aufmerksamkeitsbenötigender Job, ein Job, in dem man konzentriert sein muss. Aber man hat natürlich auch die ein oder andere Ruhephase dabei. In der meisten Zeit sind die Aufgaben gut abzuarbeiten. Es gibt aber auch stressige Situationen, wo das Telefon ständig klingelt – oder am besten beide Telefone gleichzeitig. Dann wird es schwierig mit nur zwei Armen und Ohren, wenn man gerade alleine hier sitzt. Aber auch das kriegt man hin: Aufgaben gewichten und machen. Wenn man gut eingearbeitet ist, ist es händelbar.


Als Mitarbeiter Service Desk arbeitet ihr in 12-Stunden-Schichten. Was reizt dich daran?
Diese 12-Stunden-Schicht ist durchaus attraktiv. Wir haben zwei Schichten: eine startet morgens um 7 Uhr, die andere abends 19 Uhr. Meistens arbeiten wir drei Tage am Stück und dann haben wir zwei oder manchmal auch drei Tage frei. Ich kann mich in meiner Freizeit dann ganz anders um Dinge kümmern und viele Dinge lassen sich besser organisieren.
Was muss man für deine Tätigkeit mitbringen?
Begeisterung für Technik und Interesse für Technik. Aber auch ein Interesse daran, mit Menschen umgehen zu wollen. Nicht nur mit den Mitarbeitern und mit den Kollegen, sondern eben auch mit denen, die sich am Telefon melden. Das ist sehr wichtig. Man sollte einfach eine positive Einstellung haben und eine gewisse Lockerheit mitbringen.
Außerdem muss man den Willen haben, sich auf neue Dinge einzulassen und seine Neugier behalten. Natürlich sind auch IT-Kenntnisse von Vorteil.