
Am 10. Dezember ist Tag der Menschenrechte
„Hate Speech“ – gewalttätige Sprache im Internet ist nur eines von vielen digitalisierten Kriminalitätsphänomenen und meint Abwertungen, Beleidigungen, Drohungen und andere Hassbotschaften in Form von Textnachrichten, Bildern, Memes und Kommentaren. Sie richten sich gegen Menschen, die als Stellvertreter marginalisierter Gruppen (z. B. Religionsgemeinschaften, Migranten, queere Personen etc.) wahrgenommen werden und zielen darauf ab, diese Gruppen aus dem öffentlichen Diskurs zu vertreiben. Damit ist Hate Speech ein Angriff auf die Menschenrechte der Betroffenen und kann im schlimmsten Fall zu Gewalt im analogen Raum beitragen. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.
Bei Hate Speech handelt es sich selten um einzelne Vorfälle sondern um massive Angriffe im digitalen Raum. Betroffene werden z. T. mit tausenden Nachrichten und Kommentaren abgewertet und angefeindet. Hate Speech kann Ängste, Schlafstörung und psychische Erkrankungen auslösen und Menschen davon abhalten, am öffentlichen Diskurs – ob digital oder analog – teilzunehmen, weil sie dann Angriffe befürchten. Hate Speech ist deshalb in der Regel politisch motiviert.
Das hilft gegen Hate Speech:
Melden Sie grenzüberschreitende Inhalte und Nutzer den Betreibern von Internet-Plattformen. Diese sind gemäß dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz dazu verpflichtet, Maßnahmen gegen Hasskriminalität im Internet zu ergreifen, um Nutzer davor zu schützen.
Dokumentieren bzw. sichern Sie grenzüberschreitende Inhalte. Hinweise zur rechtssicheren Beweissicherung auf Social-Media-Plattformen gibt die Hilfeorganisation HateAid.
Hate Speech kann strafbar sein. Strafanzeigen können in jeder Polizeidienststelle oder über die Onlinewache der Polizei gestellt werden. Die Polizei kann nur handeln, wenn sie von strafbaren Handlungen erfährt.
Suchen Sie sich Unterstützung oder bieten Sie diese Betroffenen an. Betroffene können sich an geeignete Beratungsstellen wenden. In Thüringen bietet beispielsweise die Beratungsstelle „elly“ psychosoziale Unterstützung, Informationen zu rechtlichen Möglichkeiten sowie Beratung zur Risikobewertung, Dokumentation und Beweissicherung sowie zur finanziellen Unterstützung bei Kosten an.
elly – Hatespeech Beratung
Clara-Zetkin-Straße 40, 99099 Erfurt
Tel.: 0361 – 218 626 38
E-Mail: info@elly-beratung.deÜberlegen Sie genau, was Sie online über sich preisgeben. Täter von Hasskriminalität nutzen persönliche Informationen gezielt, um ihre Taten zu begehen.
Weitere Informationen
Alles zum Thema Hasskriminalität unter:
www.polizei-beratung.de/infos-fuer-betroffene/hasskriminalitaet/
Alles zum Thema Opferhilfe in Thüringen unter:
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