
Am 19. September ist Tag der Zivilcourage
Die Polizei registrierte im Jahr 2023 bundesweit 1.114.817 Fälle von Straßenkriminalität. Im Vergleich zu 2022 (1.84.688) stellt dies einen Anstieg um 2,8 Prozent dar. 2021 wurden 949.131 Fälle registriert.
Dazu gehören z. B. Delikte wie Handtaschenraub, sonstige Raubüberfälle und Körperverletzungen auf Straßen, Wegen und Plätzen, Diebstähle im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen sowie Sachbeschädigungen auf Straßen und Plätzen und an Kraftfahrzeugen.
Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen auf Straßen, Wegen und Plätzen ist von 61.039 Fällen im Jahr 2022 auf 68.899 Fälle im Jahr 2023 gestiegen.
Deswegen ist die Förderung von Zivilcourage ein wichtiger Bestandteil der polizeilichen Arbeit. Dafür setzt sich die Polizei seit Jahren mit der Aktion-tu-was ein.

Aktion-tu-was
Hinsehen, Handeln, Helfen – mit der Aktion-tu-was der Polizei kann jeder lernen, sich im Ernstfall für andere einzusetzen, statt wegzuschauen.
Zivilcourage geht uns alle an – denn jeder kann helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Das ist die Botschaft der Zivilcourage-Kampagne www.aktion-tu-was.de der Polizei. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen sechs einfache Verhaltenstipps, um im Ernstfall, beispielsweise bei einer Sachbeschädigung oder einem Übergriff auf eine Person, handlungsfähig zu sein. Die Verhaltenstipps sollen möglichst viele Menschen erreichen, um mehr Bürgermut zu fördern.
Gewalt, Vandalismus, Belästigung und Diskriminierung geht jeden etwas an. Wir alle tragen Verantwortung dafür, dass das Zusammenleben in unserer Gesellschaft friedlich und zivilisiert verläuft. Unabhängig gesetzlicher Vorgaben sind wir zudem dankbar, wenn wir in einer Notsituation Hilfe erfahren. Dazu reicht oft schon ein lautes Wort oder Umstehende zur Mithilfe aufzufordern, um Täter zu stoppen und Opfern zu helfen. Jeder kann außerdem die Polizei verständigen.
Die Polizei ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, da sie leider nicht überall sein kann, um Straftaten zu verhindern. Sie erreichen die Polizei aber immer unter der Notrufnummer 110. Rufen Sie – auch im Zweifelsfall – die Polizei lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig.
Die Aktion-tu-was mit ihren konkreten Verhaltenstipps in Form kurzer, einprägsamer Merksätze liefert konkrete Hilfestellungen, um im Fall der Fälle handlungsfähig zu sein. Die Merksätze werden von sechs Zivilcourage-Botschaftern transportiert, von denen jeder für einen der Verhaltenstipps steht und zum Handeln auffordert:
Wer mehr zum Thema Zivilcourage wissen möchte, sollte sich die Kampagnen-Website www.aktion-tu-was.de anschauen. Hier finden Interessierte für verschiedene Lebenslagen, in denen Zivilcourage gefragt ist, wie zum Beispiel Gewalt, Vandalismus, Nachbarschaftshilfe, Belästigung, Kindesmisshandlung, Diskriminierung und Ausgrenzung, Cybermobbing oder Extremismus konkrete Handlungsoptionen.
Das Faltblatt „Zivilcourage zeigen“ gibt ebenfalls einprägsame Tipps, wie in brenzligen Situationen gehandelt werden kann. Hier wird erläutert, wie man andere Personen am besten um Hilfe bittet oder welche Merkmale für eine detaillierte Personenbeschreibung wichtig sind.
Das Faltblatt ist kostenlos bei jeder (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle erhältlich oder kann im Internet heruntergeladen werden.
Zivilcourage ist nicht nur bei Gewalt im öffentlichen Raum wichtig, sondern auch in anderen Lebensbereichen. Die Kampagne www.zivile-helden.de zeigt einprägsam mit Videos, Rap, Spiel und Information, wie sich jeder auch bei Hass im Netz oder Radikalisierung für andere einsetzen kann.
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